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The Suburbs

Arcade Fire

Arcade Fire vertonen das Thema Heimkehr in bekannter Manier, Hit-Appeal ordnet sich dem Konzept unter.
Geschrieben am
Arcade Fire vertonen das Thema Heimkehr in bekannter Manier, Hit-Appeal ordnet sich dem Konzept unter.

Diese Regel hält unumstößlich: Es sind die einfachen Themen, die Popmusik groß und tragend machen. Nachvollziehbare, universell geltende Empfindungen, die jeder kennt, der sich emotional in Popsongs vergräbt. Bands müssen sie suchen und finden, um den Leitfaden für Alben und die Anschlussfähigkeit ihrer Anhänger zu erfahren. Win Butler hat seines für das in jeder Hinsicht verhängnisvolle dritte Arcade Fire-Album gefunden. Ein von einem Freund eingeschicktes Foto aus dem alten Wohnviertel in Houston brachte ihn darauf: Es geht hier um Heimkehr.

Wer irgendwann einmal ausgezogen ist und ein mulmiges Gefühl von Nostalgie kennt, das entsteht, wenn das alte Sparkassengebäude, die Post oder der Bäcker aus der Teenager-Zeit in Sicht kommt, wird die Empfindungen im Herz haben, die Butler in den Texten auf "The Suburbs" ausdrückt. Und ihm dadurch ganz automatisch eine andere Tragweite attestieren und Aufmerksamkeit schenken. Diese Herzblutspur bietet der Band auf einer anderen Seite großzügig musikalische Freiheit, eine Freiheit, die Arcade Fire dafür nutzen, um ihrer Musik ein gutes Stück ihrer Dringlichkeit zu nehmen. In der Vergangenheit gewannen die Songs der Band immer auch durch ein hohes Maß an Enthusiasmus, eine Energie, die sich auf Tonträger anbahnte und die live eine Entsprechung fand. Auf "The Suburbs" gehen Arcade Fire vom Gas, sie versuchen sich in einer neuen Subtilität ihrer Arrangements.
 
Das führt auf der einen Seite sicher zu einer noch längeren Halbwertszeit von einer ganzen Reihe doch recht hübscher neuer Songs, es raubt dem mit 16 Stücken üppig ausgestatteten Album auf der anderen aber auch einen Gutteil seiner klanglichen Dramaturgie. "The Suburbs" kommt weitgehend ohne offenbare Höhepunkte aus, es ist ein Album, das die Melancholie des Heimkommens in den Mittelpunkt und das Songwriting in den Dienst dessen stellt. In diesem Sinne rennt die Band sehenden Auges in die Fehlerstellung, die Rockfans seit Dekaden an Konzeptalben bemängeln. Das Album  überzeugt aber dennoch, und zwar durch wunderbare Kniffe wie die verschiedenen Covermotive, die vor dem Heck eines Wagens den Blick auf verhängnisvolle Orte der Adoleszenz lenken, oder durch seine Texte, die sich oftmals wie Tagebucheinträge des jungen Werther Win Butler lesen. "Sometimes I can't believe it/ I'm moving past the feeling" heißt es sehr exponiert im Titelstück. Beachtet man solche Feinheiten nicht, könnte "The Suburbs", das Album, etwas zu beiläufig wirken. Das täuscht aber, denn dieses Album brennt.

In drei Worten: Haus deiner Eltern / Jugendzimmer / Kanada-Indie

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