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»This is the city of giving«

Alvvays live in Köln

Sichtlich nervös stehen Alvvays aus Kanada auf der Bühne des ausverkauften Blue Shell in Köln. Nicht nur ihre Schüchternheit ist zauberhaft, die Songs sind es auch.
Geschrieben am
12.9.2017, Köln, Blue Shell

Rumpeltypen, ey! Nicht die Band, die war süß, nein, die drei Jungs, die meinten, eine Art Moshpit anfangen zu müssen ganz vorne im vollen Blue Shell. Und das genau eine Minute, nachdem Alvvays-Sängerin Molly Rankin Köln als »City of giving« bezeichnet hat und darum bat, die kleinen Frauen nach vorne zu lassen und gut aufeinander aufzupassen. Genau da fangen die drei Typen an zu schubsen. Nicht zu tanzen, zu schubsen. Ellbogen in Bäuchen, Boots auf Zehen. Nachdem sie darauf angesprochen werden, lassen sie ein paar Leute vor, hören aber trotzdem nicht auf, mit gereckten Ellbogen zu tanzen. Das ist Indie-Pop, kein Punk, verflixt, passt doch ein bisschen auf!

Dieser Indie-Pop ist dafür unglaublich zauberhaft. Alvvays scheinen kaum fassen zu können, dass so viele Leute gekommen sind. Gerade erst ist ihr neues Album »Antisocialites« erschienen und obwohl es schon das zweite ist, ist bei den Kanadierinnen und Kanadiern nur wenig Routine zu spüren. Ein bisschen verhuscht stehen sie da, schauen nur selten direkt ins Publikum, eher immer gerade so an ihm vorbei. Alvvays wirken ein bisschen wie eine Schulband und der schrammelige Sound im Blue Shell unterstreicht diesen Eindruck noch. Die Band selbst ist dadurch aber nur noch sympathischer und viel besser als eine Schulband spielt sie eh. Zu den neuen Singles »In Undertow«, »Plimsoll Punks«, und »Dreams Tonight« gibt es auch ein paar Songs vom ersten Album zu hören, »Next Of Kin«, »Adult Diversion« und selbstverständlich den großen Hit »Archie, Marry Me«.
Das Publikum ist textsicher und auch Alvvays wirken mit jedem Song ein Stück gelassener. Molly fragt, ob jemand einen Pool hat, in den alle nach der Show springen können, denn es ist unfassbar heiß. Sie lässt sich das Wort »Dienstag« beibringen und behauptet, »Dusseldorf« klänge nach einer Stadt aus den »Harry Potter«-Romanen, was die Kölner Fans, na klar, glücklich macht. Die anfänglichen Schüchternheiten sind längst überwunden und sie waren gar nicht nötig, nicht umsonst war der Club ausverkauft. Wären wir Archie, wir würden die Band vom Fleck weg heiraten. 

Alvvays

Antisocialites

Release: 08.09.2017

℗ 2017 Polyvinyl Record Co. under exclusive license to Transgressive Records Ltd. / [PIAS]

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