Cant
»Dreams Come True«
[Warp / Rough Trade / VÖ: 09.09.2011 ]
06.09.2011, 12:06, Text:
arno raffeiner
Solodebüt von Chris Taylor: Der Grizzly Bear geht allein auf Beutezug und bringt eine Wundertüte voller Schlafwandel-Songs zurück in die Höhle.
Bisher ist Chris Taylor solo kaum in Erscheinung getreten. Dieses eine Mal aber hatte er sich gleich Rücken an Rücken mit einem unveröffentlichten Folkstück von Arthur Russell auf Vinyl pressen lassen, als B-Seite der ersten 7-Inch seines eigenen Labels Terrible Records. Damit hat der ansonsten bei Grizzly Bear als Basser, Sänger, Elektroniker usw. beschäftigte Multiinstrumentalist bereits einiges vorgegeben: eine Referenzadresse, seine musikalische Verortung, nicht zuletzt viel Ambition.
Der Titel des ersten Albums von Taylors Soloprojekt Cant stimmt in dieser Hinsicht sehr hoffnungsfroh, und zwar nicht zu Unrecht. "Dreams Come True" setzt seine Songs mit eigentümlichem Fistelgesang und schlafwandlerischer Sicherheit in eine zauberhafte Psycho-Electro-Soul-Landschaft. Alles so schön abgehangen hier! Etwas schlabbrig arrangiert und schepprig produziert, hat Taylor in nur zehn Tagen Produktionszeit ein wunderbares Album aus seinem Hipsterhemdsärmel geschüttelt.
In drei Worten: SCHEPPER / SCHLABBER / PSYCHO-SOUL
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