Gorillaz

»Demon Days Live«

[DVD / Emi]

27.03.2006, 08:00, Text: Ulrike Puth, Ulrike Puth

Dass die Gorillaz ein visuelles Ereignis darstellen, weiß man ja nicht erst, seit Madonna mit den projizierten Figuren bei den MTV-Awards getanzt hat. Aber welches Ausmaß die Show um die Kunstband herum mittlerweile ausmacht, das kann man nicht glauben. Es sei denn, man hat es live gesehen. Für alle die, die das bis dato noch nicht getan haben, kommt hier nun die DVD mit dem Untertitel \"At The Manchester Opera House\". Egal, wie gigantisch das klingen mag, stellen Sie es sich noch gigantischer vor. Denn wenn man in einem Opernhaus ist, dann braucht es eben auch Größenwahn. Das wusste: Klaus Kinski als \"Fitzcarraldo\"; das wussten nicht: Die Toten Hosen in Wien, als sie auch dort wieder nur die ehrlichen Häute von Kumpeltypen abgeben wollten.

Wie dem auch sei, die Gorillaz ziehen es hier live wirklich durch. Ein überquellender Orchestergraben mit Streichern und Co., eine unglaubliche Stimmung im ehrwürdigen Saal und eine Inszenierung auf der Bühne, die ihresgleichen sucht. Die Band, also Damon und Co., erkennt man an ihren Instrumenten sitzend bzw. stehend. Durch Licht und Hintergrund erscheinen sie als Scherenschnitte. Physisch auf der Bühne handeln tun andere. Zum Beispiel GastsängerInnen, die ins Licht hervortreten, oder ein Chor. Aber größtenteils natürlich die Projektionen der Gorillaz-Characters. Eine Mischung aus der Orwell'schen \"1984\"-Verfilmung und einer Version der Blue Man Group, die statt scheiße cool ist. Wirklich beeindruckendes Material findet sich auf dieser DVD und bestätigt den leisen Verdacht, dass Bildmaterial von Bands eigentlich nur zieht, wenn es auch was zu sehen gibt. Und das gibt es hier wahrlich. Wenn Andrew Lloyd Webber das hier bloß sehen könnte.



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