Superpunk

»Können Sie Das Groß Machen Bitte?!«

[CD+DVD / L’Age D’Or / Rough Trade]

17.10.2005, 12:12, Text: Jasmin Lütz, Jasmin Lütz

Man kann eine ehrliche Band nicht auf ihre Knie zwingen. Niemals. Schon gar nicht, wenn sie Superpunk heißt und so einige Konzertreisen auf dem Buckel hat. Für den Superfan oder den gemütlichen Wohnzimmerabend (falls der „Tatort“ mal wieder nervt) gibt es jetzt diese kompakte Doppel-Faust der sympathischen Band aus Hamburg/München. „Können Sie Das Groß Machen Bitte?!“ heißt das Livepaket mit nicht weniger als 21 Hits aus ihrem zahlreichen Soul-Rock-Pop-Repertoire. Darunter natürlich „Ich Mag Den Mann Nicht, Der Ich Bin“ und „Neue Zähne Für Meinen Bruder Und Mich“, dessen Zeile „Ich bin nicht böse geboren“ noch in alle Ewigkeit über die Gleise der Stadt hinaus in die Ferne grölt.

Eigentlich wollten Superpunk ja nur eine Live-LP machen. Jedoch merkt man schnell, dass die Jungs alles andere als kamerascheu sind. Obendrauf gibt es also noch eine voll gepackte DVD mit allerlei intimen Eindrücken der top old boys. Was will Fan mehr? Hier tauchen wir in das Innere einer temporeichen Band, an deren Erfolge man anfangs nie zu glauben wagte. Soul meets Punk. Friends meet Superpunk. Frotzeleien im Tourbus – Themen: Ejakulation, Ganzkörperschwellungen, Ohrensessel, Exzesse und allerlei Anekdoten, die von der Band selbst oder von den jahrelangen Reisebegleitern (Carol von Rautenkranz, Bernd Kroschewski, Bernd Begemann ...) gut gelaunt vorgetragen werden. Christian Theede blickt hinter die Kulisse des Allstar-Quintetts und schneidet die verschiedenen Situationen und Aussagen in der Doku „Ich Mag Den Mann Nicht, Der Ich Bin“ unterhaltsam zusammen. Beeindruckend hier vor allem die kontrastreiche Gegenüberstellung zweier Konzerte: zum einen der besinnliche Auftritt vor einem sitzenden Publikum, was sowohl einen beklemmenden als auch absurden (schon mal auf einem Superpunk-Konzert gesessen?) Eindruck hinterlässt, und zum anderen der legendäre Auftritt auf dem Puch-Festival 2002, wo Fans und Band in völliger Euphorie miteinander verschmelzen. Ein Spaß für die ganze Familie. Da wird Unsinn geredet und auch gerne mal ernsthaft philosophiert. Werden immer wieder Rock-Klischees verspottet und in einer Homestory von Lars Bulnheim bestens in Bildern festgehalten. Neben einigen Musikvideos gibt es noch Bonus-Material. Also reichlich Butter bei die Fische. Treten Sie ein in die Welt des Superpunk-Budenzaubers, man darf gespannt sein auf den nächsten Superjungenstreich, wenn es wieder heißt: „Rock’n’Roll will never dead!“



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aus Intro #133 (November 2005)
 
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