Memoryhouse
»The Slideshow Effect«
[Sub Pop / Cargo / VÖ: 02.03.2012 ]
Text:
Felix Scharlau
Das Debüt des kanadischen Dreampop-Duos Memoryhouse geht einen Schritt auf den Indie-Mainstream zu, büßt dabei aber sein Faible für Jenseitiges ein.
»Lately« von der seltsamerweise mehrfach und auf unterschiedlichen Labels veröffentlichten ersten Memoryhouse-EP stand 2010/11 fast schon plakativ für das, was die Band in den letzten zwei Jahren wie eine Feder durch viele Musikblogs trug. Der Song beginnt mit einem mechanischen Anschaltgeräusch (Plattenspieler? Tonband? Wachswalze?), bevor verhallte Akustikgitarren-Arpeggios und die Stimme von Denise Nouvion wie Jenseitsklänge vor einem verrauschten Hintergrund vorbeiziehen.
Memoryhouse – der Name schon: Erinnerung, Traum, Kindheit, Zwischenwelt, Programmmusik. Oder, wie es die Kids nennen, Dreampop. Das kanadische Duo, das sich nach einem Album des britischen Komponisten, Pianisten und Produzenten Max Richter benannte, demaskiert sich auf dem nun erscheinenden Debütalbum »The Slideshow Effect« allerdings weitestgehend. Der Akustikpop wirkt diesseitiger, einladender und nicht zuletzt durchinstrumentierter. Awake-Pop sozusagen. Anders gesagt: Es ist plötzlich zu hören, wie diese Musik entsteht. Memoryhouse verlieren so ein Gutteil ihrer Rätselhaftigkeit, erreichen dafür aber das Zugänglichkeitslevel, durch das sie als klassische Songwriting-Band wahrgenommen werden können. Das kann man finden, wie man will – ich zum Beispiel etwas schade –, aber das Ergebnis wirkt nach wie vor hermetisch und halbwegs speziell.
In drei Worten: Dreampop / Kanada / Rauschunterdrückung
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