Mohna
»The Idea Of It«
[Sunday Service / Indigo]
Text:
Denise Schynol
Verhuschter Gesang eröffnet die Szenerie. Unaufgeregt raunt sich die Hamburger Künstlerin Mona Steinwidder durch das zweite Album ihres Soloprojektes Mohna.
Die zurückhaltend instrumentierten Songs wirken zugleich zentriert und entrückt. Es klappert, läutet und schleppt sich träge voran – fast erdrückt von den Texten, die um den eigenen Wahnsinn und das Drumherum kreisen. Der Rückzug in die Intimität dieses einnehmenden Albums ist kein Aufgeben. Mohnas Weg ist mit Eigensinn gepflastert. Passend dazu wurde »The Idea Of It« in Eigenregie aufgenommen und produziert. Home-Recording rules, denn auch das 2009 veröffentlichte Debüt »1985-1994« wurde so eingespielt.
Wie der Vorgänger bewegt sich auch das aktuelle Werk zwischen dezenter Heiterkeit und dissonanten Querschlägern. Sanft werden Festungen eingenommen, und in den Mauern wachsen erste Risse. Zuversicht ist wunderbar, doch Ernüchterung ist ein linker Vogel, der dir nur zu gern die Pläne durchkreuzt. Also Obacht: Unter der Decke von »The Idea Of It« ist es zwar schön warm, doch unter dem Bett lauern immer noch genügend Monster.
In drei Worten: Eigensinn / Home-Recording / Minimal-Indie
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