Lana Del Rey - Born To Die Artikelbild (groß)
 
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Lana Del Rey

»Born To Die«

[Vertigo / Universal / VÖ: 27.01.2012 ]

Text: Philip Fassing, Christian Steinbrink

Hätte nicht Christian Wulff im Januar dauernd Krieg mit der Bild und dem Internet, der Lana-Del-Rey-Overkill wäre noch mehr aufgefallen als ohnehin schon. Was zur Hölle ist aber mit ... der Musik?

Pro + Es ist nicht mehr als eine öde Einsicht, dass die Aufmerksamkeit für Lana Del Rey übertrieben ist. Dass die Dauerpräsenz in Medien anstrengt. Für Letzteres hilft abschalten. Ansonsten bleibt zu konstatieren: Es ist eben was dran an ihr. Fest steht dabei, dass die zwei Urknall-Singles »Video Games« und »Born To Die« in all ihrer vermeintlichen Einfachheit einen Reiz unberechenbarer Abgründigkeit ausstrahlen. Einen Reiz, den ähnlich vielleicht nur das optische Alter Ego Nancy Sinatra vor mehreren Jahrzehnten vermittelte.


Diese surreal-majestätische Pose steht Lana und ihrer Musik gut, ebenso der bodenlos abtropfende R’n’B-Gesang, der sonst nur Pink in ihren Balladen gelingt. Als Faustformel für die Klasse der übrigen Songs gilt: je beatlastiger, desto konventioneller. Lana ist keine R’n’B-Queen, sondern die Bat For Lashes des Trailerpark, die flächige Sounds mit einem Schuss bildgewaltiger Tragik entweder verfeinert oder umdreht. Zum Glück reichen die guten Songs auf »Born To Die« gegen zu schlichte wie etwa »National Anthem« aus, um das Album schlicht zu feiern. Hätte es vorher keiner erwartet, wären viele Rezipienten sicher von ihm umgehauen worden. So darf man es sich allerdings nicht vom schnarchigen »Dagegen-Sein-Wollen« kaputt machen lassen.

- Christian Steinbrink -



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