Pleased To Meet U
»Ausgang Mexiko«
[Major Label / Broken Silence]
Text:
Christian Steinbrink
Punk ist nicht tot, wenn man weiß, was daraus zu machen ist. Pleased To Meet U können das: nervend, eindringlich und sehr sehr gut.
Was die rheinischen Süßwassermatrosen Pleased To Meet U wohl dazu bewogen hat, auf ihrem zweiten Album »Ausgang Mexiko« mit eigentlich den Hansepunks vorbehaltenen Hochseemetaphern zu starten? Keine Ahnung. Jedenfalls sind es nicht mehr vornehmlich die ewigen Rachut-Bands Oma Hans und Blumen Am Arsch Der Hölle, an die das Zweitwerk denken lässt, sondern die Hamburger, die immer etwas distinguierter nervten: Kristof Schreufs Brüllen etwa oder die viel zu früh verblichenen Peters.
Wie sie ehrt das Kölner Quartett seine Wurzeln im Hardcore-Punk, es suchte und fand aber auch die Auswege. Die Grundlagen der zehn Songs liegen höchst divers zwischen Pop, vertracktem Core, Dance- und Asselpunk, außerdem schmücken sich PTMU mit unorthodoxen Chören und Hörnern. Der Link zum frühen Schreuf findet sich auch in ihren Texten: wortreich, ätzend und eindringlich. Das klingt, gerade bedingt durch die herrlich schroffe Produktion, nicht leicht, ist aber sehr sehr gut und zeigt vorbildlich, wie Punk auf dem Weg aus dem eigenen Quark noch funktionieren kann.
In drei Worten: Freizeitpark / Ausgang / Punk
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