Dry The River
»Shallow Bed«
Text:
Mario Lasar
Dry The River gefallen sich in einer hymnenartigen Feierlichkeit, die zwischen Trauerfeier und Bauernhochzeit changiert – eine völlig unnervige Geige inklusive.
Geradezu erschütternd, dass diese Band aus London kommen soll. Ich hätte auf irgendein Kaff in den USA getippt. Zumindest herrscht auf dieser Platte eine große Affinität zu Ländlichkeit – die allerdings kaum idyllisch aufgeladen ist, sondern eher düster. Die Grundstimmung orientiert sich an Folk-Mustern, die abwechselnd in elektrisch-bombastischer und abgerüstet-akustischer Variante realisiert werden.
Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte man auf den Bombast gern verzichten können, denn zu leicht verliert sich die Band hier in nicht immer tiefenscharfem Kuddelmuddel. Besser gelungen sind die Stücke, die auf Transparenz setzen. Generell gefallen sich Dry The River in einer hymnenartigen Feierlichkeit, die zwischen Trauerfeier und Bauernhochzeit changiert – eine völlig unnervige Geige inklusive. Mit Pete Liddle verfügt die Band über einen Sänger, der Erhabenheit im Sinne von Sigur Rós oder Fleet Foxes vertont. Auch wenn dies nicht der kälteste Winter sein mag, seit die Temperaturmessung erfunden wurde (wie es in »Bible Belt« heißt), könnte dieses Album dabei helfen, die kühle Jahreszeit zu überstehen.
In drei Worten: Folk / Zeremonie / Geige
Fan werden? Anmelden oder einloggen!
Artikel kommentieren
» Dry The River - Shallow Bed für 3.49€ bei iTunes kaufen
» Dry The River - Shallow Bed bei Amazon kaufen
Mehr Infos
Diese User besitzen die Platte
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen






