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Widowspeak

»Widowspeak«

[Captured Tracks / Cargo]

Text: Laura Ningel

Dreampop und Flüsterpogo im gläsernen Schneewittchensarg, dieses Märchen aus Brooklyn lohnt, es weiterzuerzählen.

Es war einmal ein junges Trio aus Brooklyn, dessen Geschichte wie folgt ihren Lauf nahm: Nach sagenhaften sechs Shows wird man vom ausgenommen zeitgeistigen New Yorker Label Captured Tracks umworben – und macht seitdem das Märchen-Motiv zum eigenen Programm. Gebrüder-Grimm-verdächtig erscheint dabei bereits der Bandname, muss die »Witwenspitze« – der V-förmige Haaransatz – innerhalb der Disney-Ikonografie doch häufig als Sinnbild der garstigen Stiefmutter herhalten.


Ungebrochen märchenhaft und versponnen geht es auch bei den zehn Stücken des Albums zu, die traumwandlerisch Sängerin Molly Hamiltons entrückte Stimme umschmeicheln. Bedächtiger Dornröschen-Dreampop ist das, dessen Ähnlichkeit mit Mazzy Star stets präsent, mitunter gar frappierend ist. Gelegentliche Ausflüge in psychedelische Gefilde bleiben selten, sorgen aber für den nötigen Twist im Widowspeak’schen Mikrokosmos. Das Artwork ist – kein Wunder – ebenso von allerlei fantastischen Gestalten bevölkert. Flüsterpogo im gläsernen Schneewittchensarg, dieses Märchen lohnt, es weiterzuerzählen.

In drei Worten: Disney / Dornröschen / Dreampop

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