We Have Band
»Ternion«
Text:
Christoph Büscher
Statt jugendlichen Übermut zu versprühen, macht das zweite Album der Engländer den Eindruck von harter Arbeit. An sich nicht schlecht, wenn das Ergebnis nur nicht so bemüht klänge.
Jetzt wird’s ernst: Eine Mischung aus Erfolgsdruck und eigenem Anspruch, das ist die Krux beim verflixten zweiten Album. Das Debüt von We Have Band war vor knapp zwei Jahren ein Überraschungserfolg für das britische Trio, mit dem es locker die Tanzfläche der Indiedisco füllte. »Ternion« wirkt dagegen ausgefeilter, durchdachter, aber dadurch eben auch nach freiwilliger Selbstkontrolle.
Auf der Vorab-Single »Where Are Your People?« drücken WHB zunächst mal auf die Tube und liefern mit minimalistischen Drums, New-Wave-Gitarrensound und eingängigem Gesang einen echten Hit ab. Klar tanzbar, gut arrangiert und mit ordentlich Druck produziert. Was will man mehr? Doch bei den übrigen Uptempo-Songs (»Shift«, »After All«) bleibt die Ausgelassenheit auf der Strecke. »Tired Of Running« oder »Rivers Of Blood« wirken in der rockigen, leicht pathetischen Art mitunter zu bemüht. Bitte nicht falsch verstehen: Das hier bleibt eine gut gemachte Platte, die allerdings unbestreitbar den Übermut des Debüts vermissen lässt.
In drei Worten: Pflicht / FSK / Indiedisco
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