Susanne Blech
»Triumph der Maschine«
Text:
Benjamin Walter
Slogan-Schluckauf mit Susanne Blech: Spitzensounds für den modernen Dancefloor mit einfach zu viel Text.
Ein häufiges Problem bei der Rezeption speziell deutschsprachiger Popmusik ist die Konzentration auf den Text, die fehlende Bereitschaft, beides als eine ästhetische Einheit wahrzunehmen. Das Problem bei Susanne Blech: Eben diese Einheit ist hier schwer auszumachen. Alle 13 Stücke auf dem zweiten Album des Ruhrgebiets-Künstlerkollektivs sind extrem gut produzierter Electro-Pop mit angenehm knarzenden Synthies, energischen Beats und wirklich hittigen Melodien, auf die sich aber kein Mensch konzentrieren kann, weil sich zeitgleich ein unablässiger Textstrom auf den Hörer ergießt, bis alles mit Slogans und Reizwörtern überladen ist.
Ein ähnliches Phänomen, wie man es schon von der musikalisch zumindest verwandten Mediengruppe Telekommander kennt. Dabei können Susanne Blech texten, »Robocop hätte geschossen« ist ein Spitzentitel, und »Empörung ist keine Subversion« enthält passende Worte zum Zeitgeist. Unter dem Dauerfeuer an Gerede ist dann aber alles ein bisschen egal, was speziell schade um die Musik ist, die das Album fast alleine getragen hätte.
In drei Worten: Electro-Pop / Slogans / Dauerfeuer
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