Prinz Pi
»Hallo Musik«
Text:
Julian Gupta
Der Prinz ließ seine Fans die Hälfte der Songs für das quasi Akustik-Best-of-Album selbst auswählen. »Hallo Musik« ist ein nettes Projekt, aber sicher keine LP für die Ewigkeit.
In der Vergangenheit bezeichnete er sich selbst wenig subtil als »Mic-Soldat«, »Wunderkind«, »Neopunk« oder fungierte gleich unter dem Kampfnamen »Prinz Porno«. Heute präsentiert er sich allein schon im Künstlernamen gereift, und so darf man den »Rebell ohne Grund« fraglos zu einem der entscheidenden Protagonisten des auch in diesem Magazin vielfach zitierten Deutschrap-Wandels verstehen. Und jetzt tut der (West-)Berliner MC das, was viele Rapper machen, wenn sie der Welt zeigen möchten, dass sie erwachsen und »richtige« Musiker geworden sind: Er macht eine LP mit Live-Band. Was sich nach Schema F anhört, findet sich im Fall von Pi durchaus sehr eigen geraten.
Sein Sound-Entwurf klingt dabei bei Weitem nicht so epochal, ausproduziert und am Puls der Zeit, wie das etwa bei Caspers »XOXO« der Fall war. Der Prinz hält es eher mit den Beatles oder Led Zeppelin, und entsprechend wirken bekannte Pi-Songs im neuen Gewand akustisch-reduziert und garagig-eingestaubt. Das funktioniert bei einigen Songs gut (»Laura«) bis sehr gut (»Keine Liebe«), aber Stücke wie das doch arg konstruierte Familiendrama »3 Kreuze für Deutschland« sind auch im Akustik-Gewand nicht wirklich packend. Interessante Randnotiz: Die Fans durften die Hälfte der Songs für das quasi Akustik-Best-of-Album auswählen. »Hallo Musik« ist ein nettes Projekt, aber sicher keine LP für die Ewigkeit.
In drei Worten: Band / Staub / Rap
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