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Leila

»U&I«

[Warp / Rough Trade]

Text: Philip Fassing

Leila Arab zieht auf ihrem vierten Album den Club-Sound der Jahrtausendwende durch den Bitcrusher. Ohne Wenn und Aber.

Während Glitch, jene Mittneunziger-Variante des britisch geprägten IDM/Electronica-Genres, mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes zum formelhaften wie kinderleicht bedienbaren Software-Plug-in verkommen ist, rollt die britische Musikerin Leila Arab dessen Geschichte noch einmal von vorne auf. Nicht ganz von vorne, vielmehr setzt sie am unterkühlten Electro-Sound der Jahrtausendwende an.


Wenn Electroclash der verlaberte Amphetamin-Rausch war, gleicht Leilas viertes Album allerdings eher der paranoiden Psychose danach. Es wird dekonstruiert, zerstört und gewütet, bis der Therapeut kommt. Mit dem US-amerikanischen Sänger Matthew Sims wächst der zerstückelte Datenhaufen zu einem binären Post-Punk, der in seinen harscheren Momenten ebenso von Throbbing Gristle stammen könnte. Erst die sparsam gesetzten Brüche in Form von ruhigeren Titeln und Ambient-Klängen lassen einen dynamischen Spannungsbogen wachsen, der »U&I« letztlich zu einer runden Sache macht.

In drei Worten: Bitcrusher / Bluescreen / Kater

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