Messer Brüder
»Wald«
Text:
Frank Schuster
Auch wenn Bandname, Albumtitel und Cover-Artwork den Schluss nahelegen: Gar so düster sind die Messer Brüder nicht.
Die Titel der einzelnen Tracks der »Wald« genannten aktuellen CD zeigen eher schon die Richtung an: »Tanzschule Karacho«, »Dick im Geschäft« (beide sehr tanzbar!) oder »Schmeling/Training«. Die Messer Brüder aus Darmstadt, jener südhessischen Stadt, die, bevor sie als »Wissenschaftsstadt« firmierte, sich übrigens als die »Stadt im Walde« bewarb, spielen einen instrumentalen, artifiziellen Postrock mit vielen, teils ironisch gebrochenen Referenzen und Zitaten.
Was jetzt hier auf dem Papier sehr kopflastig wirkt, klingt aus den Boxen oder dem Kopfhörer eher kurzweilig. Kunstvoll verweben Thomas Buchenauer und Florian Malicke Elemente aus Kraut- und Space-Rock und Filmscores mit neueren Electronica-Ansätzen. Da treffen Surf- oder »Ghost Riders In The Sky«-Gitarren auf leichtfüßige Computer-Beats und werden von schwebendem Morricone-Breitwandklang in die Ferne getragen. Musik für den inneren Soundtrack.
In drei Worten: Waffen / Werkzeuge / Postrock
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