David Lynch
»Crazy Clown Time«
Text:
marco fuchs
Geraune zu blöden Rockgitarren, die Wohlmeinende unter dem Attribut »klassisch« ablegen, Leute mit noch zwei bis drei Zielen im Leben hingegen als »gestrig bis zum Umfallen«.
David Lynch legt hier zwar sein Solodebüt als Musiker vor, musikalische Fallen stellt er mit Komponist Angelo Badalamenti jedoch schon seit Jahren, gar Jahrzehnten. Zur Erinnerung: Bei manchen Sequenzen aus »Twin Peaks« rollen sich heute noch zu Recht die Fußnägel hoch. Weil das Erwartbare plötzlich aus dem Sinnzusammenhang fällt, die Erwartung schaudern lässt. Schaudern lässt bei »Crazy Clown Time« leider alles, was nach dem schlüpfrigen Opener »Pinky’s Dream« (gemeinsam mit Karen O von den Yeah Yeah Yeahs) vor sich hin wummert. Dass Lynch nicht singen kann – geschenkt.
Allerdings ermüdet das monotone Gewisper, das mal tiefer, mal höher geraunte Geraune binnen Minuten. Blick zur Armbanduhr. Ach, so wenig Zeit ist erst rum? Na dann eben noch eine Rockgitarre, die Wohlmeinende unter dem Attribut »klassisch« ablegen, Leute mit noch zwei bis drei Zielen im Leben hingegen als »gestrig bis zum Umfallen«. Aber die Texte, die Texte! Nun gut, dann soll er eben Hörbücher einlesen, schließlich malt und fotografiert er ja auch in den Drehpausen. Aber nein, es muss gedudelt werden. Zu Geschichten über Außenseiter, düstere Gestalten, zwielichtige Fantasien. Furchtbar langweiliges Zeugs, das ohne den Namen Lynch auf dem Flohmarkt nicht einmal im Tausch gegen einen abgeknabberten Apfel wegginge. Verstören alleine ist noch keine Leistung, verstörend schlecht sind auch massig Leute ohne gute Frisur. Die hat Lynch definitiv, das muss man ihm lassen.
In drei Worten: ROCK / ALTBACKEN / GERAUNE
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