Luise Pop
»Time Is A Habit«
[Siluh / Al!ve / VÖ: 13.01.2012 ]
Text:
Verena Reygers
Fröhlicher Indie-Electro-Schrammelpop, den die Band mit Wiener Flair gerne mit Surf Noir gepaart sehen will. Aus dem Noir ein Multicolore machen, und dann passt’s.
Was war das ein peinlicher Trend, als vor etlichen Jahren Lieschen Müller mit Cowboyhut durch die Gegend lief! War so ein Madonna-Ding. Luise Pop könnten diesen Trend mit ihrem zweiten Album wieder aufleben lassen, aber ohne eine Spur des Fremdschämens. So wie ihr Schlagzeug dem Sonnenuntergang entgegengaloppiert und die Gitarren zwischen Verachtung und Verzweiflung sliden. Dann noch die Zeile »take me to the rodeo«. Alles klar! Dabei ist es der nüchterne Blick auf die Welt, der den hüpfbaren Pop des österreichischen Trios frei von Klischees hält.
Die schwarze Katze kreuzt bei Luise Pop nicht die Straße, sondern ist auf dem Weg zum Strand – und Liebe ist bloß eine Gewohnheit, eine schlechte allemal. Luise Pop schrammen locker am Diskurspop vorbei, besitzen die Rotznäsigkeit der Riot Grrrls und die Lakonie Christiane Rösingers. Ihre Musik ist verspielt, gern mal mit Electro, referenzreich und besonders treffsicher, wenn sie dabei auf die Glatzen des Pop machen mit »I’m too conceptional for my shirt«. Wenn Kollege Jens Friebe fordert: »Geben wir Luise Pop die Welt und andersrum der Welt ihre schlaue, abgründige, sexy Kunst« – was soll die Rezensentin da noch hinzufügen? Ganz sicher ein wohlwollendes Nicken unter dem Cowboyhut.
In drei Worten: INDIE / ELECTRO / GALOPP
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