Peaking Lights
»936«
[Weird World / Domino / Rough Trade]
Text:
Christian Steinbrink
Hier regieren Inbrunst und sinnliche Grenzerfahrungen, und selbst wer auf die nicht so scharf ist, erhält farbenfrohe Soundcluster, die Can oder Broadcast zur Ehre gereicht hätten.
Post-Hippies suchen Entspannung in Klong, Trips und kaputten Orgeln und treiben damit unverhofft ihren Stil voran. Aus dem Retro-Trend von New Wave und Postpunk heraus hat sich in den letzten Monaten eine musikalische Szene etabliert, die es schafft, rein rückwärtsgewandte Deutungen ihrer Kunst zu überwinden. Pionier dieses Stils ist Ariel Pink, substanzielle Nachfolger sind Acts wie John Maus, Hype Williams oder jetzt auch die Peaking Lights: ein Ehepaar aus Kalifornien, das aus Wave und Psychedelic, Kraut, Synthie-Pop und Velvet Underground einen sanft wabernden Soundteppich webt, der kleinteilig und surreal arrangiert ist und assoziativ die Lavalampe ersetzt.
Über rhythmisch arg repetitive Stücke singt Indra Dunis wie weiland Nico trippy und verwunschen und gibt dem Ganzen den Pop-Appeal, der die Band aus vorwiegend experimentellen Zusammenhängen hervorhebt. Der Vorwurf schwüler Klischees ist den Peaking Lights dabei so egal wie das Fehlen diskursiver Schärfe. Hier regieren Inbrunst und sinnliche Grenzerfahrungen, und selbst wer auf die nicht so scharf ist, erhält von der Platte farbenfrohe Soundcluster, die Can oder Broadcast zu deren Zeiten zur Ehre gereicht hätten.
In drei Worten: FARBEN / WELLEN / SYNTHIES
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