Teichmann
»They Made Us Do It«
[Festplatten / Word And Sound]
Text:
arno raffeiner
Die weit gereisten Teichmann-Brüder führen ein neues Genre im Plattenkoffer: Schlangenbeschwörer-House. Lässt man sich gerne von verführen. Und beißen.
Versklavt von Maschinen. Was bei Science-Fiction-Pessimisten landläufig als ultimative Dystopie gehandelt wird, inszenieren die Gebrüder Andi und Hannes Teichmann auf ihrem zweiten Album als Idealzustand. Mit Zauberlehrling-haftem Eifer locken sie vom Chicago-House-Clapper bis zum Krautrock-Kobold immer neue Dämonen aus ihren Kisten und genießen deren Machtübernahme, ohne je nach dem Hexenmeister zu rufen.
Vielmehr ziehen sie andere Willige mit in den Kontrollverlust. Johnny Dangerous zum Beispiel, bekannt als das markant sprechsingende Organ der Foremost Poets (der sich pro forma noch gegen das Schicksal auflehnt: »We are not your slaves, we are not your oppressors«), daneben das Duo Rubber Inc. aus Manila oder einige Repräsentanten der hiesigen Neue-Musik-Szene sowie einen Free-Jazzer namens Uli Teichmann. Mit seinem Orientalsaxofon stimmt der Vater der Gebrüder im finalen Kuhglocken-Opus »The Faketory« mit ein in die allgemeine Spielfreude von »They Made Us Do It«. Das präventive Verantwortung-Abwälzen an die Maschinen wäre da gar nicht nötig. Feines Album.
In drei Worten: SPIELFREUDE / KONTROLLVERLUST / MASCHINEN
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