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Retox

»Ugly Animals«

[Ipecac / Soulfood]

Text: Carsten Schumacher

Justin Pearsons (The Locust) neues Dresch-Core-Quartett verzichtet im traditionellen Sportsgeist voll aufs Digitale, hält aber die Songs weiter schön schlank.

Lemmy hat mal gesagt, er bevorzuge das Messer im Gegensatz zur Handfeuerwaffe, es sei persönlicher. Ähnlich verhält es sich wohl beim Vergleich von Retox zu The Locust. Beide haben deutliche Gemeinsamkeiten – zunächst einmal zentral die Person Justin Pearson aus San Diego. Beide eint auch der sportliche Ansatz (elf Stücke in unter 13 Minuten). Doch legen wir je ein gespitztes Öhrchen auf die Grind-, eins auf die Hardcore-Schiene, wird uns klar, dass das infernalische Gedresche von Retox frei von fachfremden Zusätzen und 100% organisch produziert wurde.


Denn merke: Nicht nur Langeweile ist konterrevolutionär, sondern auch die digitale Knechtschaft. Entsprechend persönlich und nahbar fühlt man sich daher unter Textzeilen wie »Sleeping Jesus sleeps in chapters and when he is out he swings a rust hatchet« verprügelt. Ein sehr schönes All-Star-Album der San-Diego-Szene rund um das Three.One.G-Label, dessen Protagonisten wohl in mehr Bands spielen, als sie am Ende ihres Lebens Straßen überquert haben. Wütend wie ein Hornissenschwarm und analog as fuck.

In drei Worten: BLAST / STOP / NEXT

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