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Wolfgang Voigt

»Kafkatrax«

[Kompakt]

Text: arno raffeiner

In der Strenge liegt der Witz. Wolfgang Voigt plädiert für einen völlig neuen Ansatz in der Kafka-Exegese. Und der ist absurd gut.

Bei seinen nicht sonderlich zahlreichen Vorleseabenden, meist nur im kleinen Kreis der Literatenfreunde, soll Franz Kafka sich oft heftig an den eigenen Texten verschluckt haben. Vor lauter Lachen. Als nachgeborene Hermeneutiker, die voller Ehrfurcht das mythisch aufgeladene Material sezieren und nach immer tieferen Bedeutungsebenen wühlen, mag man diesen Ohrenzeugenberichten kaum glauben. Wolfgang Voigt ist der richtige Mann, dieses Humordilemma ohne langes Respektabstandsgeplänkel richtig aufzumischen.


Zur Abwechslung kommt beim Kölschen Konzept-Techno-Papst eben mal ein Hörbuch statt eine Wagner-CD in die Häckselmaschine. Aller Bedeutungsballast wird zerschreddert, der sich einstellende Effekt ist inhaltlich trotzdem kongenial nah dran am Ausgangsmaterial. Die »Kafkatrax« 1.0 bis 3.4 schieben Kafka'eske Wort- und Stimmfetzen so lange durchs Kickdrum-Kontinuum, bis Strenge in absurde Psychedelia umschlägt. Wunderbar auch die Kunst dazu: serielle Malerei mit ganz dickem Pinselstrich sowie ein Porträt von Voigt mit Kafkatolle.

In drei Worten: KICK / KAFKA / PSYCHO-POLKA

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