Polinski
»Labyrinths«
Text:
Denise Oemcke
Polinski von 65daysofstatic hat einen Laptop, einen Synthesizer und ein Klavier – und schreibt Soundtracks für die Sci-Fi-Filme der 80er-Jahre-Kindheit.
Nach gut zehn Jahren als Teil von 65daysofstatic bietet Paul Wolinski dem Post-Punk-Markt ein Soloalbum an, das sein 15-jähriges Ich sicher gerne geschrieben hätte. Klingt es doch, als hätte er es mit Laptop und Synthesizer allein in seinem Schlafzimmer zusammengebastelt und als könnte es der Soundtrack zu einer Neuauflage von »Captain Future« sein.
Doch verrennt er sich nicht kopflos in Nostalgie für Sci-Fi-Filme der 70er und 80er, sondern hat die Entwicklungen von elektronischer Musik in den letzten 20 Jahre in der Tasche und bewegt sich vorwärts, indem er schlicht das Jetzt mit der Vergangenheit abgleicht. Das Ergebnis flimmert dabei ständig zwischen großen Piano-Melodien, seidigen Synth-Hooks, treibenden Beats und alles umhüllenden Noise-Glitches – ohne jemals auf Tanzbarkeit verzichten zu wollen. Diese Mischung aus Sci-Fi-Soundtrack-Stimmung und Beat-unterlegten Hymnen erfindet allein wegen der Geschichtsbesoffenheit kein Rad neu, weiß aber, wie man sich damit wendig fortbewegt.
In drei Worten: SCI-FI / ELECTRONICA / NOSTALGIE
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