Kasabian
»Velociraptor!«
Text:
Klaas Tigchelaar
Der Titel klingt wie »Roflcopter!«, war aber angeblich der T-Rex-Killer unter den Dinos. Und ähnlich mutet auch dieses Album an – zwischen Retro-Retro und kreativer Fleischeslust.
Als mittlerweile etablierter Haufen verrückter Genies darf man auf Album Nummer vier natürlich eigentlich alles machen. Deswegen sind gleichermaßen eingängig-konforme Beinah-Hits wie »Days Are Forgotten« als auch Synthie-dominierte Wave-Nummern (»Acid Turkish Bath«) drauf, aber eben auch viele zerklüftete Schluchten zwischen Retro-Pop, Analog-Synthie-Systemabsturz und Balkan-Beats sowie eine kleine Portion der Schubidu-Chöre vergangener Tage.
Erneut ein Groove-orientiertes Popalbum mit vielen spannenden Ecken, diesmal jedoch mit einer Ungewöhnlichkeit, die sich tatsächlich zur Gefälligkeit entwickeln kann, wenn man mehrere Durchgänge aushält. Dann kommt die Größe zum Vorschein, die schon »West Ryder Pauper Lunatic Asylum« zu einem mehrheitlich unverstandenen, aber nicht minder innovativen Album machte. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Band aus dem englischen Leicester tatsächlich den ersten Filmsoundtrack abliefern wird – so lange bleibt Morricone noch der Chef.
In drei Worten: BALKAN / DINO / SOUNDTRACK-POP
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