The Brandt Brauer Frick Ensemble
»Mr. Machine«
Text:
Nisaar Ulama
Dem schweren musiktheoretischen Erbe (von Steve Reich bis Minimal Music) gewinnen die Kölner eine bewundernswerte Leichtigkeit ab.
Wer wie das Brandt Brauer Frick Ensemble Popmusik ohne popmusikalische Mittel produzieren will, hat sich Anstrengendes vorgenommen. Deswegen stampft, knarzt, ächzt und rumpelt es längst nicht nur im Intro von »Mr. Machine«: Eine Maschine, die keinen Strom braucht, hat dieselbe akustische Kulisse wie ein Ensemble, das sich an der Fortsetzung der elektronischen Musik mit analogen Mitteln versucht. Diese Spannung einzulösen gelingt zwar nur streckenweise, dann aber bemerkenswert: Der zweite Track »Bop« beweist, wieso Minimal Music eben nicht nur ein Genre der elektronischen Musik meint, sondern auch eine Kompositionstechnik, die von Großmeistern wie Steve Reich durchexerziert wurde.
Dem schweren musiktheoretischen Erbe gewinnen die Kölner aber eine bewundernswerte Leichtigkeit ab: Der Piano-Percussion-Harfen-Moog-Maschine beim Laufen zuzuhören macht so viel Spaß, dass man sogar dazu tanzen könnte. Nur zerreibt sich das Album auch zwischen den Fronten – und die Oberflächlichkeit des begrenzten musikalischen Materials kippt ins Seichte; aus den kalten Maschinenwelten werden plüschige Lounges, in denen man Cinematic Orchestra hört. Insgesamt daher eine ambivalente Platte, die aber immerhin den Verdacht aufkommen lässt, vielleicht sei die Bühne das eigentliche Refugium des Ensembles.
In drei Worten: KNARZ / MINIMAL / CHICK
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