Aun
»Phantom Ghost«
Text:
Holger Wendt
Klang gewordene Collagen zwischen Ambient, Drone und IDM.
Die dunkle Seite ist stark in den beiden Kanadiern Martin Dumais und Julie Leblanc. Als Aun experimentieren sie bevorzugt mit tiefschwarzen Sound-Texturen, satten Drones und schichten Unschärfe auf Unschärfe. Das beginnt schon beim Cover: Gesichtslose Kinder spielen vor einem unkenntlichen Hintergrund. Verwaschen, ganz so wie der Titel des Albums: »Phantom Ghost«.
Dem folgen acht Klang gewordene Collagen, die zwischen Ambient, Drone und IDM hin und her wabern. Wie Soundscapes, deren feste Hülle abhanden gekommen oder aber so formbar wie Knete geworden ist. Am eindrucksvollsten wirkt das bei »Out Of Mind«. Ab und an gibt’s verzerrte Textfragmente und kurze Ausbrüche in noisige Gefilde. Der Film dazu wäre arg bildgewaltig. Es scheint zumindest, als hätten Aun das Konzept Longplayer überwunden. Aber ganz so ätherisch und losgelöst von den Grenzen des Mediums sind sie dann leider doch nicht. Am Ende ist alles Schall.
In drei Worten: NACHTSCHATTEN / SOUNDSCAPES / UNSCHÄRFE
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