Kevin Devine & The Goddamn Band
»Between The Concrete & Clouds«
[Arctic Rodeo / Cargo]
Text:
Holger Wendt
Alles auf: »LOS«! Kevin Devine entdeckt den Progger in sich und schmachtet Jeremy Enigk an.
»So get your notebook out and write your story now«, trällert Kevin Devine mit seiner leicht angekratzten Leierkastenstimme. Der Song ist einfach gestrickt. Überfrachtet mit Emotion, aber würdevoll. Vor zehn Jahren hat er ihn das erste Mal für ein zahlendes Publikum gesungen, seitdem ist er im Repertoire. Genauso wie ein paar Kalauer aus der Miracle-Of-86-Phase, als man den New Yorker noch wie eine Lichtgestalt in den Songwriter-Himmel hievte.
Seitdem ist sein Notebook um viele Seiten schwerer geworden: Solokarriere; Label-Trouble; jeden Monat Kohle für die Miete reinkriegen – ein paar Seiten würde er sicherlich gerne rausreißen. 2011 soll aber wieder ein gutes Jahr werden, dafür wird der neue Rohling »Between The Concrete & Clouds« schon sorgen. Devine hat einen völlig neuen Zugang zur Musik gefunden, ohne seine Stärken zu vernachlässigen. Er macht jetzt in Prog Rock der Marke Jeremy Enigk (Ex-Sunny-Day-Real-Estate) und tauscht die balladesken Töne gegen einen leichten Power-Pop-Einschlag ein, was ihm wirklich gut zu Gesicht steht. Sein Notebook wird es ihm danken.
In drei Worten: LICHTGESTALT / LEIERKASTEN / POWER-PROG
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