Walls
»Coracle«
[Kompakt / VÖ: 23.09.2011 ]
Text:
arno raffeiner
Walls liefern der Wabengesellschaft ihre perfekte sonische Möblierung: jede/r schön heimelig in seinem privaten Raum eingerollt.
Walls funktionieren wie die weichen Zäune ihres Label-Kollegen Justus Köhncke: »durchkreuzen unsre Räume, wir hatten andre Träume, in der Diskothek«. Die Musik von Alessio Natalizia und Sam Willis setzt nämlich erst nach dem Miteinander auf der Tanzfläche ein, ihre wattig-wohlige Euphorie ist auch ein wenig Desillusion: große Hallräume für die Flucht ins Kleine.
Die Stücke auf Walls' zweitem Album sind durchweg ätherisch und stone washed fast bis zur Verbleichung, dabei teilweise mit einem Klapper-Beat gefüttert, der die Texturen zwischen Dance-Psychedelia und Electro-Wave in den kosmischen Wind hängt. Krautiges wuselt in hypnotischen Schleifen und wuchert Schicht um Schicht weiter, dazu flirrt die Orgel, und eine Gitarre schickt Michael-Rother-Harmonien durch die Sofalandschaft. Wer Chillwave, Shoegaze und ähnliche Ausverkaufsworte der Saison vermeiden will, darf »Traumland-Disco« dazu sagen. »Coracle« schafft einen Raum aus weichen Wänden, in dem es aber ziemlich famos glimmt und glitzert.
In drei Worten: TRAUM / LAND / DISCO
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