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The Throne (Jay-Z & KanYe West)

»Watch The Throne«

[Def Jam / Universal / VÖ: 12.08.2011 ]

Text: fabian wolff

Jay-Z und KanYe West teamen. Und es geht dabei natürlich nicht einfach nur um HipHop, nein, es geht gleich um die gesamte Black History: »This is something like the Holocaust / Millions of our people lost«, klagt KanYe, um im nächsten Atemzug mit whole lotta money zu protzen. Grell und fies.

Thron, wem Thron gebührt. Und man kann sagen, dass Jay-Z als mühelosester MC der Welt zu titulieren ist (also, wenn er sich mal wieder Mühe gibt). Doch die Maschinen rollen, und so gibt sich Shawn Carter oft auch mit Mittelmaß zufrieden. KanYe West dagegen galt nie als der wirklich überzeugende Rapper, die exzessive Verschleierung seiner Stimme durch Auto-Tune über die letzten Alben dürfte nicht nur Stilmittel, sondern eben auch ein hübsches Mäntelchen gewesen sein. KanYe West ist eher der gute Produzent - und vermutlich sehr traurig: Am Anfang stand fast krankhafte Ambition, dann kam großer Erfolg, dann kamen Tragödien.


Man hat den Eindruck, seit mehreren Jahren einem medialen Nervenzusammenbruch beizuwohnen - mit gelegentlichen Power-Jams und Kollabos in den Charts. Zusammen sind die beiden jetzt The Throne und wollen mit dieser hysterischen Elefantenhochzeit alles Bisherige verblassen lassen. Und tatsächlich: So einen öffentlichen Aderlass hat es bei einem Team lange nicht mehr gegeben. "Watch The Throne" wirkt wie ein Kokain-Album von der ersten bis zur letzten line. "Coke on her black skin made a stripe like a zebra", verkündet KanYe gleich am Anfang und erinnert damit an die Cover-Lady von der "Low End Theory" vor 20 Jahren: "We've come a long way, baby?" Jeder Track beschwört Triumph und Erfolg: "Gonna Have It" (produziert von den Neptunes), "Lift Off" (der absolute Tiefpunkt feat. Beyoncé) oder einfach "Niggas In Paris". Es geht natürlich auch nicht einfach nur um HipHop, nein, es geht gleich um die gesamte Black History: "This is something like the Holocaust / Millions of our people lost", klagt KanYe an, um im nächsten Atemzug mit whole lotta money zu protzen. Das Album klingt trotz seines beschworenen singulären Momentums wie ein Sequel zu "My Beautiful Dark Twisted Fantasy" - weniger düster, dafür poppiger inszeniert (inkl. Design von Riccardo Tisci) und noch mehr twisted. Als hedonistischer Triumphschrei wurde es angekündigt. Das Ergebnis letztlich ... nun ja. Das Album ist nicht weniger als das Psychogramm zweier Männer, die das Leben scheinbar nicht genießen können. So traurig war Exzess selten.

In drei Worten: DIOR-RAP / HEADFUCK / BOMBAST

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