Puro Instinct
»Headbangers In Ecstasy«
[Record Makers / Al!ve / VÖ: 07.10.2011 ]
Text:
Philip Fassing
Jung, gut aussehend und recht apathisch: Die Kaplan-Schwestern träumen sich im Rausch durch ihr selbst gebuddeltes Pop-Kaninchenloch und streifen dabei allerlei Wundersames wie -schönes.
Keine Ahnung, in welches Narkotikum dieses blutjunge Schwestern-Duo gefallen ist, aber ein wenig Sorgen um den Geisteszustand der beiden macht man sich schon ob der fast suizidalen Lethargie auf »Headbangers In Ecstasy«. Der Albumtitel führt dabei zugleich auf die richtige wie die falsche Fährte: Headbangen möchte man zu diesem weich gezeichneten Dream-Pop-Destillat sicherlich nicht, eine gewisse MDMA-induzierte Verstrahltheit könnte man aber dennoch unterstellen. Die Ariel-Pink-Kumpelinnen, gerade mal 16 und 23 Jahre alt, beweisen auf ihrem Debütalbum ein ausgeprägtes Händchen für stimmige Melodieführung, das nicht selten über die doch arg dünne Produktion hinwegtäuscht.
Zudem gelingt es den Schwestern, eine so entrückte, häufig fast schon obskure Atmosphäre aufzuspannen, dass man sich zeitweise dem herrlich seltsamen Kitsch eines Angelo Badalamenti auf Baldrian ausgesetzt fühlt. Käsige Saxofon-Einlagen, ätherische Synthie-Flächen und rätselhafte Interludes tun dabei ihr Übriges. Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass die Verklärung popkultureller Seltsamkeiten aus den 80er- und 90er-Jahren hier gewissermaßen dem Selbstzweck dient. Wer allerdings selbst von einem solchen Fetisch befallen ist, dürfte darauf pfeifen und gedankenversunken weiter mitsummen.
In drei Worten: REALITÄTSVERLUST / WEICHZEICHNER / SCHWESTERN
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