Megafaun
»Megafaun1«
[Crammed Discs / Indigo / VÖ: 16.09.2011 ]
Text:
Christian Steinbrink
Bon Ivers alte Kumpels ziehen nach und kommen nah an Justin Vernons Klasse ran.
Eigentlich müsste Megafaun eine Band sein, die von dem prominenten Namen eines ehemaligen Mitmusikers wie von Blei zu Boden gezogen wird. Justin Vernon heißt der Mann, dessen Bandkollegen Megafaun waren, bevor man sich entzweite. Als Bon Iver gilt Vernon nun als Superstar des Indie-Folk, Megafaun hängen dem zumindest in Europa noch nach. Das Schöne an dem neuen Album des Trios ist aber, dass es eine Leichtigkeit ausstrahlt, die unter dem zu erwartenden Psychodruck eines solchen Damoklesschwertes eigentlich nicht möglich wäre. Logischerweise ist »Megafaun« in seinen Harmonien Bon Iver durchaus ähnlich, es ist eine tief atmende Platte mit Ruhe und Zeit für watteweiche psychedelische Elemente.
Exemplarisch dafür steht »Get Right«, ein Stück, auf dem ausgerechnet Vernon mit einer verwegen jaulenden Gitarre zu hören ist. Was »Megafaun« aus- und gut macht, ist Indie und Folk ohne Hektik, dafür ungekünstelt an die Romantik der amerikanischen Provinz angelehnt und mit viel Sinn für schöne Arrangements. Das ist nicht brillant wie Bon Ivers aktuelles Album, aber eigenständig, überzeugend und weit mehr als nur Stangenware des Genres.
In drei Worten: SCHATTEN / HIMMEL / LANGSAMKEIT
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