Male Bonding
»Endless Now«
[Sub Pop / Cargo / VÖ: 02.09.2011 ]
Text:
Ulf Imwiehe
Male Bonding aus London spielen auf ihrem zweiten Album süßen Pop-Punk, der Intensität und Soul zugunsten glatter Harmlosigkeit vernachlässigt und dabei tragischerweise durchaus Potenzial zur Großartigkeit hätte.
Hängt man der Regel an, wonach, abgesehen von existenzieller Bedrohung, im Leben kaum etwas schlimmer ist als Langeweile, dann gewährt das zweite Album des Londoner Trios Male Bonding einen Blick in die Hölle der Tristesse. Irgendwo zwischen Hüsker Dü, sedierten Lemonheads und uninspirierten Weezer anzusiedeln, zeigen sich die poppigen Tunes nahezu durchgehend frei von packenden Hooks, Intensität und auch nur ansatzweise mitreißenden Momenten. Dabei ist das alles gut gemacht, wie man so sagt. Sauber gespielt und produziert. Hübsch strukturiert und glatt poliert. Ordentlich abgeliefert.
Vor allem aber ist dieses Album ein fast schon erschütterndes Manifest der Harmlosigkeit. Was umso betrüblicher ist, wohnt doch den meisten Songs unter all dem Guss durchaus ein Potenzial zur Großartigkeit inne. Jedoch scheint bei der Arbeit an dem Material das Wichtigste abhandengekommen zu sein: Soul. Das hier ist Musik, die weder anrührt noch tröstet, die nicht belebt und schon gar nicht aufrüttelt. Musik, die einfach nur da ist und nicht weiter stört. Na, macht ja nix.
In drei Worten: EGAL'N'ROLL / SAUBER / ZUCKERPUNK
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