Girls
»Father, Son, Holy Ghost«
[Turnstile / Pias / Rough Trade / VÖ: 09.09.2011 ]
Text:
Christian Steinbrink
Ihnen liegt offenbar an gar nichts, diesen San-Fran-Hippies. Nicht mal an ihrem überragenden Songwritertalent. Trotzdem cool.
Das Debütalbum der Girls bestach vor zwei Jahren durch eine bemerkenswerte emotionale Willkür, die auszudrücken vielen Kritikern gar nicht so leicht fiel. Die Songs der Platte waren distinguiert, wirkten aber ganz und gar nicht so - sie waren einleuchtend und klangen doch nach beiläufig und zwanglos ersonnenen Skizzen. Auf der daraus entstandenen lobenden Anerkennung baut das ehemalige Duo aus San Francisco jetzt ein deutlich manifesteres Bandmodell auf.
Die Girls bestehen jetzt aus vier Boys, ihre Arrangements klingen voller, die Stimmung der Songs ist aber ähnlich spielerisch und sonnig wie in den Anfangstagen. Mit leichten Melodien galoppieren Girls durch die Stile, setzen mal auf Poptunes der 60er, dann der 80er und kultivieren damit die verkifft lächelnde Antipose als Pose. Heraus kommt hoch angenehmer Pop, der sich keiner Konkurrenz oder Herausforderung stellt, sondern einfach nur warm streicheln will. Das ist ein schöner und nachahmenswerter Lebensentwurf, und Girls teilen ihn mit gar nicht so vielen anderen zeitgenössischen Bands.
In drei Worten: GLASPERLEN / SONNE / GENDERFUCK
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