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Zola Jesus

»Conatus«

[Souterrain Transmissions / Rough Trade / VÖ: 30.09.2011 ]

Text: arno raffeiner

Das Electro-Pop-Pathos zeigt einmal mehr Flagge, mit Hallfahnen von hier bis zum nächsten Betonbunker.

Auf den zahlreich kursierenden Fotos sieht Zola Jesus aus wie eine dem Tintenkillerfass entsprungene Cyndi Lauper. So platinbleich wie pechdüster zugleich. Als Titel für ihr viertes Album hat sich die 22-jährige Musikerin, mit bürgerlichem Namen Nika Roza Danilova, einen Fachbegriff aus der Philosophie geliehen, der sich – ungebührlich vereinfachend – mit »Drang« übersetzen lässt und zu allerlei Spekulationen über metaphysische und transzendentale Ebenen ihrer Musik einladen könnte.


Etwas dinglicher gesprochen, ist alles durchdrungen von Danilovas Gesang: von dieser kehligen Stimmlage, in der Drama und Emphase derzeit am besten aufgehoben scheinen (siehe auch: Austra). Ihre Klagen werden umrankt von kantig ausgesägten Keyboard-Flächen und Streicherarrangements, stolpernde Bassdrums und marschierende Snares kommen aus der Box, die über allem wehenden Hallfahnen reichen von hier bis zum nächsten Betonbunker. Wer dazu jetzt Goth-Pop sagt, darf zur Belohnung den Restsommer über in dessen Katakomben Schimmel ansetzen.

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