Red Hot Chili Peppers - I'm With You Artikelbild (groß)
 
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Red Hot Chili Peppers

»I'm With You«

[Warner]

Text: Aida Baghernejad

Red-Hot-Chili-Peppers-Platten sind auch mit diesem Exemplar ein gutes Stück weit »larger than life«. Das Gesamtphänomen muss einen längst nicht mehr vom Hocker reißen; dass einen ein paar Songs aber unabhängig vom Brimborium wiederum zu erreichen wissen, ist eine nicht zu unterschätzende Leistung.

Gute fünf Jahre liegt nun schon wieder das letzte Album der Red Hot Chili Peppers zurück, vor einem halben Jahrzehnt erschien »Stadium Arcadium«. Hat sie jemand in der Zwischenzeit vermisst, waren sie überhaupt wirklich weg? Für die Band ist es gleichermaßen Fluch wie Segen, dass sie mittlerweile zum Allgemeingut der Poprock-Kultur gehört. Denn nur ein erfolgreiches, blind gekauftes Möbelstück (Billy-Regal) möchte man doch auch nicht sein. Dennoch wiederholt sich auch für die Red Hot Chili Peppers Geschichte: Frusciante hat (erneut) die Unsinkbaren verlassen, die sich wiederum mit einem neuen Gitarristen (Josh Klinghoffer) trösteten und – selbstverständlich – neu orientierten. Was geht also nun auf dem zehnten Studioalbum zu dieser über zwanzig Jahre währenden Rockhistorie?


Die hard facts: Wie auch die letzten fünf – also ab »Blood Sugar Sex Magik« – produzierte Rick Rubin, vierzehn Songs, die erste Single nennt sich »The Adventures Of Rain Dance Maggie«. Musikalisch halten sich Anthony Kiedis und die Jungs grundsätzlich an ihr Erfolgsrezept und servieren Hymnen, bei denen das Stadiongefühl gleich mitgeliefert wird (»Goodbye Hooray«). Man meint schon mitzuhören, wie spätestens nächsten Sommer aus Zigtausenden von Mündern rund um die Welt die Refrains mitgegrölt werden. Die Songs bewegen sich dabei zwischen ruhig und fetzig, zwischen düster und gut gelaunt, ganz besonders der Opener »Monarchy Of Roses«, wo eine sägende Gitarre plötzlich in einen Discobeat mündet. Sogar Weltmusik hat Platz gefunden (»Ethiopia, Did I Let You Know«), und die bandimmanente Trademark der Gesellschaftskritik bekommt in »Police Station« auch ihr aktualisiertes Gesicht. Richtig heraus fällt der ruhige Song »Meet Me At The Corner«, der im Vergleich zu den anderen fast schon intim wirkt. Fazit: Red-Hot-Chili-Peppers-Platten sind auch mit diesem Exemplar ein gutes Stück weit »larger than life«. Das Gesamtphänomen muss einen längst nicht mehr vom Hocker reißen; dass einen ein paar Songs aber unabhängig vom Brimborium wiederum zu erreichen wissen, ist eine nicht zu unterschätzende Leistung.

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