Sons And Daughters
»Mirror Mirror«
Text:
Klaas Tigchelaar
Schön, wenn die Unvorhersehbarkeit vorhersehbar bleibt.
Die Band aus Glasgow um Adele Bethel und Scott Paterson, erweitert mit Ailidh Lennon (Bass, Mandoline, Piano) und David Gow (Drums, Percussion), schafft es mit ihrem Swamp-Sound weiterhin, dem Popgeschmeide den Glitzer abzuschleifen. Manchmal singen beide gemeinsam bewusst gegen den Harmonie-Strom, lassen pulsierende Melodiebögen fließen, die hilflos-versöhnende Trunksucht am Ende doch wieder unter Beifall aufgreifen.
Müssen wir noch mit Nick Cave, mit Siouxsie, mit PJ Harvey oder gar mit Kate Bush winken, oder reichen sich Sons And Daughters mittlerweile schon selbst als Referenz? Das gefährliche dritte Album steht jedenfalls solide für sich selbst da, nach dem Ausflug ins Gitarrenrock-Geschäft mit dem von Bernard Butler produzierten »The Gift« gibt man sich wieder minimalistischer, beschränkt sich auf 16 Aufnahmespuren und die Definition der eigenen Stärken. Stimmungen, Eruptionen und düstere Schwankungen also, die auf »Mirror Mirror« wunderbar, manchmal schmerzhaft, aber stets souverän dargeboten werden.
In drei Worten: KONFLIKTE/ HARMONIEN/ INDIEFOLK
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