Mimas
»Lifejackets«
[Sinnbus / Rough Trade]
Text:
Holger Wendt
Was machen emotional flexible Dänen, um nicht in Depressionen zu verfallen? Sie gründen Bands und züchten sich Oberlippenbärte.
Mit »Lifejackets« machen Mimas aus Aarhus in Dänemark nun endlich ihr Seepferdchen, was natürlich für Bewohner eines meerumfriedeten Landes höchst wünschenswert ist. Dank Schwimmweste haben die vier Buddies die Ostsee durchkrault, sind die Spree hochgekraxelt und bei dem kleinen smarten Laden Sinnbus vorstellig geworden. Man mochte sich von Anfang an.
Zu Recht! Mimas machen Indie-Rock, der sich an Slowcore und Emo-Referenzbands wie Savoy Grand oder American Football orientiert, also gerne Trompeten und andere Blechbläser in den gemächlich vorantreibenden Unterbau integriert. Außerdem schätzen die Dänen jazzige Drumparts und passionierte Grölelemente, die niemals stumpf, aber immer emotional rüberkommen. Obgleich der Fokus bei »Lifejackets« wohl eher auf »optimistisch« gelegt wurde, sind dennoch die Wehmut und das Besingen der hard times (was noch auf dem Vorgänger verstärkt zu hören war) nicht gänzlich von Mimas gewichen. Aber wenigstens können sie jetzt über sich selbst lachen: »Facial hair definitely gives me more confidence« (aus »La Moustache Formidable«).
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