Jamie Woon
»Mirrorwritting«
Text:
Christian Steinbrink
„Mirrorwriting“ ist ein frisches Update für James Blakes Pop-Dubstep und füttert den Hype ohne größeren Qualitätsverlust.
Die Grenze, an der ein Album, das hauptsächlich auf R’n’B und Dub fußt, von einem subtilen Reiz in Ereignislosigkeit übergeht, ist reichlich schmal. Dementsprechend schwierig ist es, das Debüt des im Fahrwasser von James Blake zu medialer Aufmerksamkeit gekommenen Briten Jamie Woon stichhaltig einzuordnen. Beide, Blake und Woon, teilen sich jedenfalls eine ähnliche musikalische Sozialisation, wobei Letzterer auch schon Erfahrungen im Rampenlicht großer R’n’B-Stars vorweisen kann. „Mirrorwriting“ ist auch ohne Zweifel eingängiger und glatter als Blakes Album, es ist gleichsam aber bedacht um eine frische Hipster-Note.
Die elf Songs inklusive der Durchbruch-Single „Night Air“ sind durchgängig reduziert und dubbig-elektronisch arrangiert, Woon singt dazu schön in der Tradition eines müden Timberlake, ohne aufdringliche Reize, aber eben auch ohne bemerkenswerte Brüche. „Mirrorwriting“ ist bis auf Ausnahmen wie das sphärische „Gravity“ kein überragendes, wohl aber ein äußerst feines Album. Und es füttert den Hype, den Blake anstieß, ohne größeren Qualitätsverlust.
In drei Worten: DUB / HYPE / R’N’B
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