When Saints Go Machine
»Konkylie«
Text:
Philip Fassing
When Saints Go Machine schließen die Lücke zwischen The Knife und Miike Snow auf die denkbar anmutigste Art und Weise.
Elf Songs in zwei Jahren – da bleiben etwa zwei Monate Zeit pro Titel, und die hört man jedem einzelnen Stück des Debütalbums von When Saints Go Machine an. Entgegen aktueller Tendenzen zu betonter Nachlässigkeit in Klang und Rhythmik strebt »Konkylie« mit fast schon altmodischem Ehrgeiz gen Perfektion. Dieser Eindruck ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die vier Kopenhagener queere Pop-Traditionen mit einer verblüffenden Schlüssigkeit auf die Schule der New Yorker »Minimal Music« anwenden.
Schwelende Streicher, verschachtelte Pizzicato-Figuren und das vor Sehnsucht zitternde Falsett von Nikolaj Manuel Vonsild schmiegen sich an flirrende Oszillatoren und tribalistische Rhythmus-Muster. Bei »Whoever Made You Stand So Still« fühlt man sich dann auch tatsächlich an Steve Reichs »Desert Music« erinnert, während Songs wie »Kelly« wieder die Club-Sozialisation der Dänen unterstreichen. In akademisch-technischer Strenge wähnt man sich aber kaum, dafür ist dann doch alles viel zu luftig und ungezwungen geraten. Wundervoll.
In drei Worten: ANDROGYNIE / ESOTERIK/ OSZILATOREN
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