Daniel Haaksman
»Rambazamba«
[Man Recordings / Al!ve / VÖ: 20.05.2011 ]
Text:
Philip Fassing
Daniel Haaksman baut seine Entwicklungshilfe in Sachen Baile Funk aus und treibt damit so manchem prüden Club-Gänger die Schamröte ins Gesicht.
Daniel Haaksman ist gewissermaßen der Botschafter der globalisierten Basswellen. Mit seiner Compilation »Rio Baile Funk Favela Booty Beats« setzte der Labelbetreiber im Jahr 2004 den Baile Funk auf die europäische Landkarte und förderte auch als DJ und Journalist unermüdlich das Bewusstsein für die verschiedenen Ausprägungen der internationalen Tanzmusik. Höchste Zeit also, dass auch die eigenen Produktionen ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Das Debütalbum des Berliners darf man sich dann auch folgerichtig wie ein auditives Reisetagebuch vorstellen, prall gefüllt mit Randnotizen, exotischen Accessoires und assoziativen Kritzeleien, geklammert von den stolpernden 4/4-Takten der Favelas.
So zeichnet Haaksman einen interessanten Gegenentwurf zur westlichen Wohlstands-Clubkultur, der die Insignien lateinamerikanischer Tanzmusik nicht nur als prätentiöse Fußnote führt, sondern tatsächlich tief verinnerlicht hat. Ein gewisses Faible für stark sexualisierte Gesten bleibt letztlich die einzige Prämisse, um sich an diesem gelungenen Debütalbum zu erfreuen.
In drei Worten: BOOMBOX / GANOVEN / HOTPAINTS
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