Hunx And His Punx
»Too Young To Be In Love«
Text:
Jan Noll
Tolles queeres Image, leider räudiger 60s-Sound.
Es wäre wahrscheinlich wahnsinnig hip, schräg frisiert und schlimm bebrillt in irgendeiner Szenekneipe an der Bar zu stehen und laut im Gespräch zu nölen: »Oh, I looooove Hunx And His Punx!« Man würde sich so nicht nur als Kenner des US-Underground, sondern auch als enorm queerer Kultur-Connaisseur beweisen. Es ist folgerichtig wahrscheinlich furchtbar unhip, Folgendes zu sagen: Diese Band macht echt nervige Musik. Man möchte Hunx And His Punx um den campen Frontmann Seth Bogart aus Oakland und seine All-Girl-Schrammelbabes wirklich gerne mögen, denn so mutig schwul wurde schon lange keine Fuck-you-Attitüde mehr unters verklemmte Volk gestreut, doch es gelingt einfach nicht. Auf ihrem ersten Fulltime-Album, das nun zwei Jahre nach der Singles-Compilation »Gay Singles« erscheint, stümpert sich der singende Held in Strumpfhosen derartig schräg durch zehn garagige 60s-Rock’n’Roll-Pop-Nummern, dass man schon nach drei Songs das Gefühl hat, Zeuge von Phil Spectors schlimmstem Albtraum geworden zu sein. Tolles Image, räudiger Sound.
In drei Worten: QUEER/ NYLONS/ CAMP-POP
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