Chuckamuck
»Wild For Adventure«
Text:
Martin Riemann
Die ungestüme Liebe zur eigenen Adoleszenz führt hier zu einer konsequenten Missachtung jeglicher Standards – alles wird verhaspelt, verholpert, weggenuschelt oder gerne auch ganz weggelassen und klingt dementsprechend wie Sau.
Chuckamuck aus Berlin, vier Typen, jung, besoffen und schwer verliebt in 60s-Punk, die es schaffen, bei jedem Song zu klingen, als würden sie mit ihren Instrumenten die Kellertreppe herunterscheppern. Dass man diesen Sound mit deutschen Songtexten hört, ist schon mal besonders, und auch die lümmelhafte Attitüde, die an den Tag gelegt wird, entspricht eins a dem Genre, das hier so ruppig umarmt wird. Die ungestüme Liebe zur eigenen Adoleszenz (inhaltlich widergespiegelt durch Themen wie viele Mädchen, viel Rauchen, viel Trinken und viele Schokoriegel) führt dabei zu einer konsequenten Missachtung jeglicher Standards – alles wird verhaspelt, verholpert, weggenuschelt oder gerne auch ganz weggelassen und klingt dementsprechend wie Sau. Diese radikale Unbeschwertheit macht »Wild For Adventure« zu einem idealen Begleiter für manchen Rausch, und man kann ahnen, dass hier live echter, unkonditionierter Spaß zu holen ist. Allerdings erstickt die vordergründige Hinwendung zum Dilettantismus auch andauernd jegliche Raffinesse im Keim, und mancher Song wäre ein paar Packungen Kippen weiter bestimmt ansprechender gelungen. Schon ein Abenteuer, aber auf Dauer ein ziemlich einseitiges.
In drei Worten: 60S-PUNK/ TRASH / DEMENZ
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