Blackmail
»Anima Now«
[45Rec / Soulfood / VÖ: 29.04.2011 ]
Text:
linus volkmann
[1 Kommentar]
Seit Langem mal wieder ein Blackmail-Album, das vom Publikum ganz einfach geliebt werden möchte – und das deshalb eben liebenswert klingt.
Blackmail haben aus der überraschenden wie hässlichen Trennung von ihrem sexy Frontschwein Aydo Abay eigentlich nur einen Trumpf rausgezogen: Der Name gehört immer noch Ebelshäuser und Gefolge. Während Aydo schon mit seinem Side-Projekt Ken sowie dem ganz neuen Ding crash:conspiracy nicht zu knapp vorlegte, wartet man nun auf das nächste Level des Motherboards.
Blackmail sind zurück. Nicht leicht, gehörten jenem Aydo doch nicht nur die ersten VÖs nach dem Split, sondern seit Ewigkeiten auch schon die Sympathien. Da muss hart gegengesteuert werden. Blackmail 2.0 tun das – nicht überraschend –, indem sich alter Stärken, also der Placebo’esken Hit-Ära um »Bliss Please!«, besonnen wird.
Musikalisch macht der zuvor superspröde, fast hermetisch gewordene Kauzrocktempel wieder auf. Das Popsongformat und die Refrains sind zurück. Vielleicht aus Angst vor weiterem Bedeutungsverlust. Jetzt wird eben noch mal nachgetreten mit punkpoppig verzuckerter Stiefelspitze. Ob es das wirklich bringt, ob das neue Line-up (Sänger macht seine Sache gut) tatsächlich nachhaltig sein wird, all das lässt sich noch nicht überblicken. Sichtbar indes: seit Langem mal wieder ein Blackmail-Album, das vom Publikum ganz einfach geliebt werden möchte – und das deshalb eben liebenswert klingt.
In drei Worten: GETRENNT/ BESORGT / POPPUNK
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Kommentare
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20.04.2011 | 14:42:26
Ich bin bestürzt als jahrelanger Fan der Intro über einen dergleichen unkritischen, polarisierenden Artikel! Welchen souveränen Leser interessiert denn schon eine echt ausgelutschte Bandgeschichte, die nur ein jähes Gähnen hervorbringt? Geht es bei Musik und vor allem bei ALBUM-Kritiken nicht vielmehr darum, sich mit Songs, Inhalten, Stimmungen, Harmonien, Riffs und Texten auseinanderzusetzen?!?!?!
Als treuer Blackmailfan, der den Sound liebt, muss ich sagen, dass sehr vieles anders ist als "damals" (nun doch Bandgeschichte). Es bedarf Mut und einer Menge neuer Inspiration, sich zu verändern! Und ich finde, dass die Songs, die auf der Homepage preisgegeben wendeb, sich musikalisch (weiter-)entwickelt haben. Tatsächlich bedeutet weniger krachiger Rock und Verzicht auf düsterern vermeintlichen Placebo-Sound auch Verlust von Fans.
Darum ein Plädoyer für verheißungsvollen und euphorischen Sound! Und gespannt, was noch kommt.
In drei Worten
VERHEIßUNGSVOLL, ZEITLOS, STIMMUNGSVOLL
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