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Vivian Girls

»Share The Joy«

[Polyvinyl / Cargo]

Text: Felix Scharlau

In Watte gepackter Garage Rock? Pointierter Indie-Reverbismus? Tolle Platte!


Mit Superlativen wird im Zusammenhang mit Brooklyner Bands gerne um sich geworfen – »hippste«, »schillerndste«, »innovativste«. Vivian Girls aus, genau: Brooklyn lassen sich hingegen getrost als Hipster-Hype-Antithese lesen. Wie Effi Briest (die Band; ebenfalls Brooklyn) verschreiben sie sich einem eher traditionalistischen, ziemlich antihippen Sound ohne große Brechungen oder umständliche Innovationshuberei. Dafür sind die drei Musikerinnen aber ausgesprochen fleißig. Veröffentlichen nun das dritte Album in drei Jahren – Solo-Aktivitäten und Seitenprojekte nicht eingerechnet.

»Share The Joy« ist die bis dato pointierteste Platte einer Band, die bei aller Geschichte im Sound immer autarker zu ticken scheint. Einst als Garage-Rock-Zeitmaschine gestartet, wagen sich Vivian Girls in zehn plötzlich zugänglicher inszenierten Stücken ein Stück raus aus dem Reverbtempel, hinein in eine Art Taschenlampen-Rampenlicht. Die Hallschwaden, die bisher über Gesang, Gitarre (ach, eigentlich allem) lagen, vernebeln meistens wieder den Blick auf Details. Bisweilen verwehen sie aber völlig und machen Platz für gleißende Pop-Refrains. In einigen Stücken wie »Sixteen Ways«, »Light In Your Eyes« oder »I Heard You Say« evozieren Vivian Girls so eine beklemmende Unmittelbarkeit und Melancholie, die vielleicht nur ganz wenigen Meistern des Indie-Reverbismus – The Gun Club, The Organ oder Red House Painters – konsequenter gelangen. Interpol, räumt endlich euren Spind aus.


In drei Worten:   BROOKLYN / REVERBISMUS/ BESTES

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