King Creosote & Jon Hopkins
»Diamond Mine«
Text:
Aida Baghernejad
Passender Soundtrack für ein Frühjahrspicknick an der schottischen Küste, wenn man die Nase voll hat vom Großstadtlärm. Funktioniert auch ohne die Küste und den Picknickkorb.
Jon Hopkins ist bekannt dafür, sich irgendwo zwischen elektronischem Gezupfe und Gefrickel und klassischer Klaviermusik zu bewegen und dabei ganz knapp an der Grenze zum Kitsch entlangzuschrammen. Die Kunst der Balance. Doch wird die auch gewahrt, wenn er auf den schottischen Singer/Songwriter King Creosote trifft? Der singt zwar langsamer, als meine ältlichen Nachbarn die Treppe heraufgehen, aber jeder Ton ist zielsicher genau ins Herz gezielt. Herausgekommen ist bei dieser unheiligen Kollaboration irgendwas zwischen Album und Hörspiel mit Gesang, melancholisch, dunkel und manchmal fast auf dem Weg Richtung Glück.
Im Hintergrund Gaststättenlärm, Wellen, Möwen, im Vordergrund King Creosotes herzzerreißendes Genöle. Wirkt das Ganze erst mal auch etwas beliebig, so entfaltet sich bei längerer Beschäftigung doch eine seltsame kaputte Schönheit.
In drei Worten: SACHTE / BESCHAULICH / SINGER/SONGWRITER-AMBIENT
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