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Bibio

»Mind Bokeh«

[Warp / Rough Trade / VÖ: 01.04.2011 ]

Text: Philip Fassing
[8 Kommentare]

Drumcomputer-Romantiker Bibio schraubt unbeirrt weiter an seinem stetig wachsenden Hybriden und wird dabei zunehmend selbstbewusster.

Stephen Wilkinson alias Bibio gehört zu den eher unscheinbaren Persönlichkeiten im markanten Kader des Warp-Labels. Auf seinen bisherigen Veröffentlichungen gerierte sich der Brite mindestens genauso unprätentiös, wie es der leidlich niedliche Künstlername vermuten lässt. Sein nun erscheinendes drittes Album mutet bisweilen wie ein zaghafter Ausbruchsversuch aus der bisherigen Rolle an.


Die Liaison aus Nick-Drake’scher Folk-Romantik und diffuser Rhythmus-Destruktion blüht hier mehr denn je auf – und erscheint damit auch deutlich exaltierter als bisher. Statt ausschließlich verhuschte Sample-Collagen zu kleben, wird nun auch mal die Snare-Keule geschwungen. Platz nehmen möchte Wilkinson immer noch nicht, auch nicht zwischen den Stühlen. Fiept und rumpelt es im einen Moment noch in muskulöser HipHop-Manier, so wird man wenig später vom Gitarren-umwehten Weltschmerz gepackt, den der Eigenbrötler so perfekt beherrscht. So schön eigenartig turtelten Folk und Electronica schon seit der Hochphase von Boards Of Canada nicht mehr.

In drei Worten: ROMANTIK / DRAKE / DESTRUKTION


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  • Silo Tharrazin 08.04.2011 | 13:49:43

    Nett. Die musikalische Entsprechung zu Instagram und Hipstamatic.

  • this_is_forever 08.04.2011 | 16:41:40
    rumpeldipumpel
    Eher so mittelnett.

  • Silo Tharrazin 08.04.2011 | 17:01:55

    Hab nur den Album-Sampler oben gehört.

  • User: rockotron
  • rockotron 08.04.2011 | 17:15:42
    lackaffe
    im "platte des tages"-thread auch schon thematisiert. "ambivalence avenue" war besser, aber trotzdem hohes niveau gehalten. "excuses" ist fantastisch, gerade mit diesem bruch zum ende hin. aber das vieldiskutierte "take off your shirt" ist schon ziemlich grenzwärtig. passt vor allem so gar nicht zum rest der platte, auf störende art und weise.

  • User: Knabenbert
  • Knabenbert 08.04.2011 | 17:37:33
    Narbenberg
    mag seine ersten drei platten am liebsten, vor allem "vignetting the compost". ambivalence avenue fand ich im vergleich dann recht belanglos, da gefällt mir die neue wieder ein bisschen besser. ich mochte sein akustikgitarrengedengel einfach sehr gern. seine absolute großtat ist für mich der remix von clarks "ted".

  • this_is_forever 08.04.2011 | 17:44:50
    rumpeldipumpel
    nachdem ich mich langsam und mit erfolg in so elektronisches zeug reingearbeitet habe, ist dies die erste platte, die mich komplett kalt lässt. alles so beliebig.

  • User: rockotron
  • rockotron 08.04.2011 | 18:35:48
    lackaffe
    oh, den clark-"remix" kannte ich gar nicht. fulminant. danke.

  • BadBrain 08.04.2011 | 20:22:38
    zack! regierung gestürzt.
    rocko, als auch tanzflächendj bin ich ja für so einen track wie "take off your shirt" sehr dankbar. ich finde es auch absolut okay, dass er sich an sowas phoenixartigem probiert. ich finde das auch nicht störens- sondern eher lobenswert, da es zu seinem sonstigen eklektizismus gut passt.
    da finde ich diese plastikgitarrenattacken von mike skinner deutlich schlechter. muss aber auch zugeben, dass ich beim ersten hören schon merklich zusammengezuckt bin.

    und ja, der rmx für clark ist tiptop!

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