Seefeel
»Seefeel«
[Warp / Rough Trade / VÖ: 28.01.2011 ]
Text:
Joachim Henn
[3 Kommentare]
Das Album entwickelt einen Flow, der trotz weiterentwickelter Soundästhetik erstaunlicherweise wieder die Eigenschaften und Qualität der Vorgänger aufweist: ein absorbierendes Stück Musik.
Fünfzehn Jahre nach »ch-vox«, vereinzelten Live-Aktivitäten in den vergangenen Jahren und der EP-Vorabveröffentlichung »Faults« sind Seefeel nun mit veränderter Rhythmusabteilung und einem neuen Album zurück. Das britische Quartett um Mark Clifford und Sarah Peacock hatte Anfang der 1990er auf too pure Maßstäbe gesetzt an der Schnittstelle zwischen Gitarrenwänden und Electronica. Die Abgrenzung zu den Shoegazer-Bands hatten sie schon damals durch den Wechsel zu Warp (als erste Gitarrenband des Labels), deutlich härtere Beats und niedrigere Temperiertheit vertieft. Auf dem selbst betitelten Album schließt sich nun der Kreis in puncto Klangforschung, denn an jeder Stelle ist spürbar:
Hier macht der Sound die Musik, nicht umgekehrt. Gefilterte, verfremdete Sounds in aleatorisch gebrochener Rhythmik und reduziertem Gesamtklangbild bremsen das Album zunächst regelrecht aus. Auch »Faults«, noch der eingängigste (und schnellste) Track der ersten Hälfte, speist sich eher aus angedeuteten Flächen als aus ihrer Ausstaffierung. Peacocks Gesang kommt nur spartanisch und wie gehabt eher als weiteres Instrument zum Einsatz. Kurze Interludes tun ein Übriges. Das lässt sich Zeit für die Auflösung der Sperrigkeit und entfaltet, wenn man sich darauf einlässt, spätestens ab »Airless« einen Flow, der beim finalen opulenten »Sway«(dem einzigen Track, an dem alle vier beteiligt waren) trotz weiterentwickelter Soundästhetik erstaunlicherweise wieder die Eigenschaften und Qualität der Vorgänger aufweist: ein absorbierendes Stück Musik.
In drei Worten: TÜFTEL / KLANGBADEN / STÖRFREQUENZ
Fan werden? Anmelden oder einloggen!
Artikel kommentieren
» Seefeel - Seefeel für 8.99€ bei iTunes kaufen
» Seefeel - Seefeel bei Amazon kaufen
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren [3]- Mehr Forumsdiskussionen
peterbourbon 26.02.2011 | 19:56:52
Eine m.E. sehr schön geschriebene Review - und ein recht interessantes, aber auch irgendwie verstörendes (fast ungreifbares) Album.
mellohippo 03.03.2011 | 15:58:56
Duke Of Stratosphear
Weiß auch noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Hätte mir (bestimmt nicht als Einziger) lieber wieder mehr "Song" und weniger "Track" gewünscht. Durchaus interessant zwar, aber noch abweisender und kälter als seinerzeit die "Succour". Hab jetzt erstmal genug vom Winter...
"Quique" ist und bleibt das Seefeel-Masterpiece.
Editiert von
mellohippo am 03.03.2011 16:00:11
tidbit 04.03.2011 | 00:10:21
(@_@)oO0°*´¸.•’´¯)i°♥
hab die mal geliebt. hör ich demnächst mal rein
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
WEITERE PLATTEN
ÄHNLICHE PLATTEN
- » Squarepusher - Ufabulum
- » Autechre - Oversteps
- » Vladislav Delay - Tummaa
- » Squarepusher - Solo Electric Bass 1
- » Squarepusher - Just A Souvenir
- » Autechre - Quaristice
- » The Orb - ... The Dream
- » The Orb - ... The Dream
- » µ-ziq - Duntisbourne Abbots Soulma...
- » Vladislav Delay - Whistleblower
THREADS ZU DIESEM ALBUM



