Jeniferever
»Silesia«
[Monotreme / Cargo / VÖ: 11.03.2011 ]
Text:
Christian Steinbrink
Jeniferever öffnen sich in Richtung Pop, klingen offenherzig, nahbar und neu nach Postrock-Relationen.
Die schwedischen Jeniferever zählen im Kontext europäischer Postrock-Bands zu denjenigen, die ganz bewusst und spürbar nach Entwicklung drängen. Schließlich haben sie den Stil mit ihren zwei vorausgegangenen Alben nach ihren Möglichkeiten ausdefiniert und sich damit weit vorne im Genre-Kontext positioniert. Es war klar, dass diese Band noch zu weit mehr in der Lage sein würde. Einen ersten Eindruck von diesem Potenzial offenbart »Silesia«.
Die Platte enthält nur noch vereinzelt verzerrte Gitarren, dafür deutlich präsentere elektronische Sounds und Effekte und komprimiertere Strukturen. Ergo: Jeniferever machen einen Schritt in Richtung Pop, und sie machen ihn richtig. Ein Song wie »The Beat Of Our Own Blood« ist gar Electro-Pop von Pet-Shop-Boys-beeinflusster Sorte, und auch sonst halten Jeniferever ihre schwelgerische Seite knapp, geben sich offener und zarter. Auch wenn ihre Entwicklung sicher noch nicht vollendet ist, gelingt die mit »Silesia« verbundene Zielsetzung: Die sachte Emanzipation von ihrem alten Genre bringt ihnen einen neuen, viel prägnanteren Status ein.
In drei Worten: SACHTE / POP / PRÄGNANZ
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