Motörhead
»The Wörld Is Yours«
Text:
Carsten Schumacher
Readymade-Musik nach dem Motörhead-Baukastenprinzip. Wertkonservative Kracher für die Band in ihrem 35. Jahr mit Lemmys tollen Zeichnungen im Booklet.
Es gibt Zeiten, in denen ist die Review einer Motörhead-Platte ein ungefähr so dankbarer Job wie die Besprechung des aktuellen Ikea-Katalogs. Noch dazu kann man den Opener »Born To Lose«, sobald man festgestellt hat, dass es sich um kein Thunders-Cover handelt, getrost als Frechheit begreifen. Ein Riffing wie vom Lidl mit 'nem Text, als würde Lemmy seine Tattoos vorlesen? Oh behave!
Es ist Album Nummer 20 nach 35 Jahren Bandgeschichte, und Lemmy ist aktuell 65 und wird eines Tages für unsere Schlappschwänzigkeit sterben und in die Rock'n'Roll Hall of Fame auffahren. So weit bekannt, Amen. Ein Glück für ihn und die Band, dass die zweite Albumhälfte in ihrem Selbstzitat besser zu gefallen weiß und Lemmy mit seinen Zeichnungen im Booklet die Geheimwaffe Selbstironie auspackt. Das lässt vergessen, dass das Album zunächst nur einer überteuerten Sonderausgabe des Magazins Classic Rock beigelegt wurde, bevor es im Januar endlich auf dem Eigenlabel der Band erschien. Trotz aller Standfestigkeit ziehen die Marktrealitäten eben selbst an Motörhead nicht vorbei.
In drei Worten: KANONISCH / NULLERHEAD / PERSIL
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