Ryo
»So Gesehen Unmöglich«
[Four Music / Sony / VÖ: 01.10.2010 ]
Text:
Benjamin Walter
Das Debütalbum von Ryo ist ein gutes Beispiel dafür, wie Einflüsse auf einen Künstler wirken und in der Musik Niederschlag finden. Alles passt zusammen: das Label Four Music mit seiner Abkehr vom aktuellen Rap hin zum ernsthaften Songwriting mit Sprechgesang und »echten Instrumenten«; die Bindung an die Erfurter Musikszene um Clueso und das Zughafenstudio mit deepen, aber nicht übermäßig komplexen Texten und unnervigem Radiopop; das Peter-Fox-Album als kommerzieller Fixpunk, in dessen selbst geschaffener Nische sich Ryo überraschend organisch einfügt.
Dass das ganze Album zwischen etwas streberhafter Musikalität, Jamiroquai-Funk und der wirklich schlimmen Rockröhrennummer »Bitte hier« nicht komplett in eine am Flipchart entworfene Bedeutungslosigkeit kippt, liegt an Ryos Talent als Songwriter mit einer völlig eigenen tiefen und leicht rauen Stimme, die einfache Klaviernummern wie »Unter Wasser« oder »Hör nicht auf« zu großen Stücken werden lässt. Kein wichtiges, aber auch kein schlechtes Album für den erwachsenen Musikhörer.
In drei Worten: STREBER / FOX / RAP
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